HIB around the World

Von Heidelberg nach Cape Town, Südafrika!

Freitag, den 30. September 2011

Julia Shepherd machte 2004 an der Heidelberg International Business Academy ihren Abschluss im Tourismusmanagement.


HIB-Absolventin Julia Shepherd in Südafrika.

Sie haben an der HIB Tourismusmanagement studiert, wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt und warum? Ich habe mein 6-monatiges Praktikum im ‚Lady Victoria Guest House’ im Zentrum Kapstadts durchgeführt. Mich hatte die Gelegenheit gereizt, eine längere Zeit in einem Land außerhalb Europas zu verbringen und im Speziellen auch Südafrika näher kennenzulernen. Darüber hinaus wollte ich auch gerne mein Englisch verbessern.

Das erste/zweite Praktikum hat Sie nach Südafrika geführt? Dort sind Sie geblieben. Was gab den Ausschlag dafür? Ich habe mich sehr schnell in Südafrika wohlgefühlt, da es so bunt und voller Lebensfreude und in vieler Hinsicht ein absoluter Kontrast zu Deutschland ist. Und auch die Südafrikaner habe ich als sehr herzlich und offen kennengelernt. Dazu kommt, dass Südafrika als Reiseland seit Jahren eine der beliebtesten Destinationen weltweit ist, wodurch sich für mich eine Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten im Tourismus ergeben hat.

Außerdem hat die Umgebung rings um Kapstadt auch landschaftlich sehr viel zu bieten. Man hat die Natur und den Atlantik fast vor der Haustür und ist trotzdem in einer Großstadt, diesen Kontrast finde ich toll.

War es einfach in Südafrika Fuß zu fassen? Was meine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen am Anfang anging, war es nicht ganz so einfach und man braucht einiges an Geduld mit den südafrikanischen Behörden. Zum Beispiel habe ich viel falsche oder unvollständige Infos am Anfang bekommen und in den letzten zwei Jahren wurden einige Gesetze auch verschärft und die Auflagen etwas schwieriger gemacht, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Man kann sich jedoch – wie ich das auch getan habe – Hilfe holen bei Firmen, die sich auf Einwanderungshilfe spezialisieren und die sich mit den jeweiligen Anforderungen auskennen. Ich habe 2006 dann schließlich meine dauerhafte Aufenthalts – und Arbeitsgenehmigung bekommen.

Seit Ihrem Abschluss ist eine lange Zeit vergangen. Was ist nach dem Abschluss beruflich passiert? Meinen ersten ‚richtigen’ Job nach dem Praktikum habe ich in einem Call Centre für Swiss Airlines bekommen. Die Position an sich war zwar recht stressig, war jedoch sehr gut, um sich etwas zu orientieren und auch Hintergrundwissen im Airline Business zu bekommen. Nach einem halben Jahr habe ich dann als ‚Guest Liaison’ im Cape Grace Hotel angefangen, einem 5 Sterne Hotel an der Victoria & Alfred Waterfront. Dies hat mir sehr viel Spaß gemacht, da man die verschiedensten Gäste trifft und ich den Blick hinter die Kulissen eines Luxushotels sehr interessant fand.

Unter anderem wegen der ständig wechselnden Schichten habe ich mich dann aber nach einiger Zeit entschieden, beruflich eine etwas andere Richtung einzuschlagen und habe bei einem Reiseveranstalter namens African Travel Concept angefangen. Die Firma war ideal für mich als Einsteiger in die Veranstalter-Branche und mir hat es von Anfang an viel Spaß gemacht, Reisen individuell zu planen und Erfahrung in den verschiedenen Bereichen eines Reiseveranstalters zu sammeln.

Heute arbeiten Sie bei Egoli Tours? Welche Aufgaben haben Sie dort? In meiner Position als Senior Consultant bei Egoli Tours bin ich für Individualreisende, Reisebüros und Agenten Ansprechpartner für Reisen im südlichen Afrika. Ich berate die Kunden vom Zeitpunkt der Anfrage an über die Angebotserstellung und Reiseabwicklung. Wenn die Kunden dann im Land sind, stehe ich als Kontakt vor Ort bereit, falls es einmal zu Problemen kommt, was jedoch recht selten vorkommt.

Wir arbeiten mit einem Reservierungssystem namens Travelogic und ich bin für das Team der Ansprechpartner, falls Fragen auftauchen oder Neuerungen anstehen. Darüber hinaus haben wir alle 6 Monate Praktikanten aus Deutschland und der Schweiz, die ich einarbeite und mit allen wichtigen Details und Aufgaben vertraut mache. Ich arrangiere außerdem für die Kollegen auch Präsentationen von Lodges, Hotels und anderen Anbietern, die für uns interessant sind.


Auf Safari.

Welche Themen aus Ihrem Studienprogramm sind Ihnen im Tagesgeschäft wieder begegnet?Dinge wie englische Wirtschaftskorrespondenz und Tourismus Betriebslehre sowie Marketing habe ich bei meinem Aufgabenbereich oft nutzen können.

Was sollte ein/e Studierende/r beachten, wenn er nach Südafrika kommt, um dort ein Praktikum durchzuführen bzw. plant dorthin auszuwandern? Es ist momentan so, dass man für ein Praktikum ein Visum für drei Monate beantragen kann, dass man dann einmal um weitere drei Monate verlängern kann. Man kann also maximal sechs Monate in Südafrika auf der Basis eines Praktikums verbringen. Wenn man jedoch eine feste Arbeitsstelle angeboten bekommt, kann man eine Arbeitserlaubnis beantragen, die dann für etwa  zwei bis drei Jahre gilt. Nähere Infos kann man vom südafrikanischen Generalkonsulat in München bzw. Berlin einholen.

Allgemein ist es mit Deutsch als Fremdsprache und einem entsprechenden Abschluss im Tourismus-Bereich nicht allzu schwer, vor Ort hier eine Stelle als Einsteiger zu finden. Ich denke, für Studierende, die längerfristig in Südafrika bleiben wollen, ist es gut, schon im Voraus etwas Zeit hier zu verbringen und Kontakte zu knüpfen. So fällt die berufliche Orientierung auch einfacher.

Gibt es etwas aus Deutschland, daß Sie in Südafrika vermissen? Natürlich vermisse ich Familie und Freunde, die in Deutschland leben und die man nicht so spontan einmal besuchen gehen kann. Ich habe jedoch in den sieben Jahren, die ich nun in Südafrika lebe, viel Besuch aus Deutschland bekommen und halte Kontakt mit Freunden und Familie über Telefon, Skype und Emails. Insofern ist es eigentlich nur die Milka-Schokolade, die mir hier extrem fehlt… Cadbury ist einfach kein Ersatz!!

Was möchten Sie heutigen Tourismusstudierenden mit auf den Weg geben? Ich denke, man sollte sich nicht allzu sehr auf eine bestimmte berufliche Richtung festlegen. Für mich war anfangs klar, dass ich hier in Südafrika nur im Bereich Hotel und Gastronomie arbeiten möchte. Davon bin ich jedoch mit der Zeit etwas abgekommen und bin heute sehr froh, damals die Richtung Reiseveranstalter eingeschlagen zu haben, was mich während des Studiums nicht allzu sehr interessiert hatte. Meine Aufgaben im Job heute sind sehr vielfältig und ich habe durch meine Arbeit auch viel vom südlichen Afrika sehen können.

Das Interview führte Redaktionsmitglied Annette Höhne.

„Everything happens for a certain reason“ – Über den Start an der HIB, Aufbaustudium und Berufseinstieg

Dienstag, den 6. September 2011

Im Interview erzählt Verena Reis, Absolventin des Jahrgangs 2006, über ihre Zeit am der HIB, ihr weiteres Studium und ihren beruflichen Werdegang.

HIB-Absolventin Verena Reis über Studium und Karriere.

 

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt?
Mein Pflichtpraktikum habe ich in Regusse/Provence/Frankreich auf einem Camping-Platz durchgeführt. Dort habe ich vor allem an der Rezeption gearbeitet. Zu meinen Aufgaben gehörte es, die Gäste zu empfangen, sie einzuchecken und anschließend mit meiner ‚Golfette’ an Ihren Stellplatz zu begleiten. Hatten die Gäste ein fest installiertes ‚Mobilhome’ gebucht, galt es, sie mit allen Annehmlichkeiten dessen bekannt zu machen. Außerdem war ich für das Beschwerde-Management und die allgemeine Information über die Gegend zuständig, sowohl persönlich als auch telephonisch. Nach dem Check-out der Gäste zählte außerdem die Inventur der ‚Mobilhomes’ zu meinen Aufgaben.

Nach der HIB haben Sie in England, in den Niederlanden und in Frankreich Ihr Studium fortgeführt und mit dem Master abgeschlossen? Was hatte den Ausschlag dafür gegeben?
Während der Zeit an der HIB wurden mir zwei Dinge klar: Erstens wollte ich gerne weiterstudieren und zweitens wollte ich das zunächst im englischsprachigen Ausland machen. In Neuseeland und Australien, die eigentlich meine erste Wahl gewesen wären, waren die Aufnahmeprozeduren zu kompliziert, so dass ich mich dann für ein Top-Up-Studium in Bournemouth/England entschieden habe. Mitte 2007 hatte ich dann den BA (Hons) in International Tourism Management erlangt. Da zu dieser Zeit der Bachelor in Deutschland noch nicht so anerkannt war, entschloss ich mich gegen Ende meiner Zeit in England dazu, mich auch noch für den Master zu bewerben. Ich fand ein Programm, das mich durch seine internationale Prägung, den Doppelabschluss sowie die Aussicht auf ein Stipendium sehr ansprach.

Der erste Teil fand in Breda/Holland statt – die Vorlesungen sowie die Hausarbeiten waren auf Englisch. Der zweite Teil wurde in Chambéry/ Frankreich zu neunzig Prozent auf Französisch durchgeführt. Der dritte Teil bestand dann noch aus der Master Thesis – hierfür hat es mich wieder nach Bournemouth gezogen, da uns dort eine umfangreiche und exzellente Bibliothek zur Verfügung stand. Da auch die Bournemouth University Teil dieses Programms war, erlangte ich im Herbst 2008 einen Doppelabschluss: Den MA in European Tourism Management und den Master in Sciences Economique et de Gestion.

Wie würden Sie die Unterschiede beim Studium bzw. den Aufenthalt in den jeweiligen Ländern charakterisieren?
Das Studium in England war sehr professionell aufgezogen. Der Lehrstoff wurde aufgeteilt in anonyme Vorlesungen von 50-100 Pax, in Seminare von 15-20 Pax und in Arbeitsgruppen von 2-5 Pax. Neben vielen Hausarbeiten, gab es Gruppenarbeiten, Präsentationen, einen Marketing-Plan, einen Business Plan und zuletzt die Bachelorarbeit von mindestens 10.000 Wörtern. Vor jeder Vorlesung und jedem Seminar konnte man sich die Powerpoint-Präsentationen der Dozenten runterladen, so dass man sich optimal vor- und nachbereiten konnte. Gleich zu Beginn mussten wir uns mit der Harvard-Zitierweise vertraut machen, eine andere Zitierweise wurde nicht geduldet. Bei mangelhaften Quellen oder falscher Zitierweise wurden Punkte abgezogen. Alle Arbeiten mussten auf die Minute genau am Stichtag eingereicht werden, andernfalls wurde die komplette Arbeit nicht gewertet. Jede Arbeit wurde bei Rückgabe mit persönlichen Feedbackbögen der Dozenten versehen; so hat man relativ schnell verstanden, was man gut gemacht hatte und was noch verbesserungswürdig war. Die Bibliothek war großartig; neben fünf Etagen mit Büchern aus allen Fachrichtungen, war vor allem die Online-Bibliothek mit aktuellen Fachzeitschriften und der Zugangsberechtigung zu den aktuellsten Statistiken aus sämtlichen Branchen extrem hilfreich fürs Studium.

In Holland ging es alles etwas lockerer zu. In unserem Kurs waren wir nur 15 Leute, dadurch waren die Vorlesungen intensiver, allerdings auch etwas weniger professionell als in England. Wir Studenten kamen aus Frankreich, Spanien, Bulgarien, Polen und Deutschland. Hier merkte man schnell, dass die Leute, die vorher in England gewesen sind, viel weiter im Stoff und vor allem in Fragen der Methodologie waren. Auch hier bekamen wir die Vorlesungen als Powerpoint nachträglich zugeschickt. Bei Arbeiten war die Toleranzgrenze für verspätete Abgaben höher und die Benotung großzügiger. Die Bibliothek war wesentlich kleiner. Dafür war die gesamte Atmosphäre persönlicher.

In Frankreich wurde unser Kurs teils mit ‚einheimischen’ Kursen zusammengelegt, so entstand eine Mischung aus anonymen Vorlesungen und kleineren Seminargruppen. Von der Strenge, die in England herrschte, war hier auch weniger zu spüren, was auch an der eher lockeren Einstellung der Dozenten, ich wage fast zu behaupten der Franzosen lag. Die Literatur in der Bibliothek war fast ausschließlich auf Französisch, was die Sichtweise leider etwas einschränkte. Powerpoint-Präsentationen als Vorlesungen gab es hier auch nicht so oft. Dafür wurde man mündlich sehr gut in die Vorlesungen eingebunden, was vor allem die Fähigkeit französisch zu sprechen noch einmal gesteigert hat.

Hatten Sie während dem Studium konkrete Vorstellungen von Ihrem Berufseinstieg nach dem Studium?
Ehrlich gesagt nein. Ich wusste nur, dass ich nicht ins Hotel möchte, also dass es bei mir eher eine Airline oder ein Reiseveranstalter werden würde.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB?

Was mir sehr gefallen hat war Deutsch bei Frau Kropp – sie hat uns damals viele Tipps mitgegeben, die ich heute noch bei meinen Bewerbungen anwende. Außerdem zählten eigentlich alle Spracheinheiten, sei es Englisch, Französisch oder Italienisch zu meinen Favoriten. Auch Marketing-Management war eine gute Grundlage für den Bachelor und den Master. Die ganzen Persönlichkeitsseminare waren eine willkommene Abwechslung. Was eigentlich nie zu meinen Lieblingen zählte, aber heute enorm hilfreich ist, war das Zehnfingerschreiben am PC.

Welche Themen sind Ihnen in den nachfolgenden Studiengängen erneut begegnet?
Eigentlich wurden fast alle Themen sowohl während des Bachelors als auch während des Masters wieder aufgegriffen. Nie wieder sind mir die Fächer Deutsch, die IT-Fächer, Büromanagement oder Rechnungswesen begegnet. Stattdessen gab es Business Development, Tourism Economis und Research Methods.

Heute arbeiten Sie bei Meeting Point International in München als Business Development Manager? Wie sah ihr beruflicher Weg dorthin aus?

Die vielen Praktika während meines Studiums haben mir zwar immer Spaß gemacht, mich aber eigentlich eher darin bestätigt, was ich später hauptberuflich nicht machen will. Erst mein Praktikum bei STA Travel, das ich direkt im Anschluss an meinen Master gemacht habe, hat mir das erste Mal Einblick in das gegeben, was ich mir für mich vorstellen könnte. Vor allem der Job des Produktmanagers, der touristische Leistungen aus verschiedenen Ländern in verschiedenen Sprachen einkauft und sie dann zu Paketen zusammenschnürt hörte sich für mich sehr interessant an. In diese Richtung habe ich mich dann anschließend auch beworben, allerdings musste ich feststellen, dass diese Jobs (sogar die Junior-Positionen) bevorzugt an Leute vergeben wurden, die eine Ausbildung gemacht hatten – hier merkte ich das erste Mal, dass mein Studium in dieser Branche vielleicht nicht so hilfreich und unabdingbar ist, wie in anderen Branchen. Alle wollten immer mehrjährige Berufserfahrung, aber keiner wollte einem die Chance geben, diese Erfahrung zu sammeln. Ein Teufelskreislauf.

Um meine Chancen zu erhöhen, habe ich meinen Lebenslauf auch an eine Personalvermittlungsfirma geschickt, die sich auf die Vermittlung touristischer Jobs spezialisiert hat. Die Mitarbeiter dort, schienen im Gegensatz zu den Personalabteilungen der großen Firmen auch zwischen den Zeilen zu lesen und die Dinge zu schätzen, die einem davor sogar nachteilig ausgelegt wurden (wie z.B. das Studium). Den Job als Produktmanager habe ich so auch nicht bekommen, dafür die Chance bei Meeting Point, einem Start-Up-Unternehmen, als Management-Assistentin anzufangen. Eigentlich hätte ich solch eine Position für mich nicht unbedingt in Betracht gezogen, weil ich Bedenken hatte, nur die administrativen ‚langweiligen’ Aufgaben zugesprochen zu bekommen, für die ich ja eigentlich nicht hätte studieren müssen. Mein Vater hat damals Recht behalten, dass ich diesen Job auch als Karriere-Sprungbrett für mich nutzen könnte. Als persönliche Assistentin der Geschäftsführung habe ich Einblicke in die Unternehmensführung bekommen, wie kein anderer. Auch wenn anfangs nur als Protokollantin, war ich bei allen wichtigen Meetings dabei, lernte alle Geschäftsführer unserer Partnerfilialen kennen, wurde von meiner Chefin mit auf Messen in Madrid und Berlin genommen, sowie auf Contracting-Meetings in den Libanon und nach Dubai. Ich gewann ihr Vertrauen und bekam neben meinen Aufgaben als ihre Assistentin meine eigenen Projekte. So landetet ich gleich noch einmal in Beirut und Dubai – jeweils, weil ich dort für die Planung, Koordination und Durchführung von 2 großen Jahreskonferenzen zuständig war, einmal für 100 Teilnehmer und das zweite Mal sogar für 350 Teilnehmer. Von Anfang an hatte ich meinen Willen, mich in dieser Firma hochzuarbeiten, verkündet. Nach 15 Monaten bekam ich dann meine Chance, aus der Assistenz auszusteigen und als Business Development Managerin weiterzumachen.

Wie würden Sie Ihr Jobprofil kurz beschreiben?
Meeting Point International ist eine Dachmarke, die Incoming-Agenturen in insgesamt 16 Destinationen weltweit repräsentiert. Neben den Sales Managern, die wir in allen Destinationen haben und die für den B2B-Verkauf ihrer jeweiligen Incoming-Leistungen (z.B. Hotels, Transfers, Ausflüge, Rundreisen, usw.) zuständig sind, gibt es zwei Business Development Manager. Diese sollen bereits bestehende Geschäfte ausbauen und neue Geschäftspartner gewinnen. Mein Quellmarkt ist Europa – ich versuche also die Leistungen all unserer Destinationen an Europäische Reiseveranstalter zu verkaufen. Dafür werde ich verschiedene touristische Messen in Europa besuchen und auf Sales Calls durch Europa reisen. Dabei finden natürlich auch alle an der HIB gelernten Sprachen Anwendung. Unser zweiter BDM deckt den arabischen Markt ab.

Wie gewichten Sie theoretische Erfahrungen aus dem Studium an der HIB, in UK/NL/F und praktische z.B. aus Praktika für eine erfolgreiche Bewerbung? Welche Erkenntnisse haben Sie bei Ihren Bewerbungsverfahren gewonnen, auch wenn es schon länger zurückliegt?
Jetzt wo ich selbst eine Weile im Berufsleben bin, kann ich mich nur dem anschließen, was die meisten Berufstätigen einem während des Studiums gepredigt hatten, worauf man aber nie wirklich hören wollte: Die Praxis hat oft sehr wenig mit dem relativ theoretisch erworbenen Wissen an der Uni zu tun. Was mir heute allerdings sehr nützlich ist, ist die Fähigkeit analytisch zu denken, komplexe Situationen in ihre Einzelteile aufzuspalten und nach und nach zu lösen, Zuarbeiten auf Deadlines und in meinem Fall das interkulturell erworbene Verständnis, das in unserer globalen Welt zum täglich Brot geworden ist. Diese Fähigkeiten heben einen in einer Branche, in der ein Studium kein Muss ist, besonders von der Menge ab. Das kann man sich natürlich auch bei Bewerbungsgesprächen zu Nutze machen.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Ihrer Branche einzusteigen?
Freundlichkeit, Höflichkeit, zurückhaltende Bestimmtheit, Wille ständig zu lernen, diplomatische Verhandlungskünste und Beharrlichkeit.

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?
Auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass das ein oder andere, das man auf seinem Weg lernt – sei es während des Studiums oder während der ersten praktischen Erfahrungen – einem weniger behilflich für die Zukunft sein würde, erkennt man oft erst viel später und meistens völlig unerwartet, dass es doch für irgendetwas gut war. ‚Everything happens for a certain reason.’

Das Interview führte das Redaktionsmitglied Annette Höhne.

HIB-Absolvent Marcel Petzold – Namibia, Ägypten, Kuwait, … ?

Freitag, den 8. Juli 2011
Marcel Petzold in El Gouna.

Marcel Petzold in El Gouna.

Welches Programm haben Sie an der HIB abgeschlossen? Ich habe damals International Travel & Tourism Management studiert und nach dem zweiten Studienjahr die HIB verlassen.

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt und warum? Was haben Sie aus diesem Praktikum für sich und Ihren weiteren Lebensweg mitgenommen? Das Pflichtpraktikum habe ich für mich persönlich als kleine Herausforderung gesehen und dementsprechend wollte ich dieses in einem Land absolvieren, welches ich vorher noch nicht bereist hatte und welches eher untypisch für ein 3-Monatspraktikum ist. Der Kontinent Afrika hat, glaube ich, für jeden von uns eine unglaubliche Anziehungskraft und strahlt Abenteuer, Mystik und Fernweh aus.

Meine Wahl ist dann relativ schnell auf Namibia gefallen, da dieser Fleck Afrika noch nicht all’ zu überlaufen von ‚westlichen’ Touristen ist. Über die örtliche Hotel Association bin ich dann auf die Frans Indongo Lodge gestoßen, die sich in Otjiwaringo befindet und von einem Deutschen Ehepaar geführt wird.

Marcel Petzold - Namibia.

Marcel Petzold - Namibia.

Da es sich bei der Frans Indogo Lodge um eine privat geführte und überschaubare Luxus-Anlage handelt, war es mir möglich in verschiedensten Arbeitsbereichen tätig zu werden. Dazu gehörten das Front Office, F&B Bereich, Accounting, Sales & Marketing sowie Housekeeping. Aufgrund der Department übergreifenden Tätigkeiten auf der Frans Indongo Lodge, profitiere ich heute noch von meinen verbesserten Koordinations- sowie Timemanagement-Fähigkeiten.

Nach der HIB sind Sie nach Ägypten gezogen? Warum gerade Ägypten? Welches andere Land wäre noch in Frage gekommen? Für meine Eltern und mich war Nord-Afrika sowie der Nahe Osten stets eine Region in der wir uns mehrmals im Jahr aufhielten. Demgemäß kam ich bereits früh in Kontakt mit der arabischen Kultur und Lebensweise, da für uns nicht nur der reine Erholungsurlaub im Vordergrund stand, sondern mehr die interkulturellen Beziehungen.

Ägypten hat für mich über einen ganz besonderen Reiz, da es so facettenreich ist wie kein anderes Land im arabischsprachigen Raum. Abgesehen von unendlich scheinenden Kulturgütern, wartet das Land am Nil mit zahlreichen Schönheiten auf, angefangen von den bizarren Felsformationen in den Wüstenregionen, den fruchtbaren Nilterrassen sowie den atemberaubenden Oasen.

Was sollte man als Anfänger in einem arabischen Land unbedingt beachten? Welche kulturellen Fettnäpfchen kann man ganz einfach vermeiden? Zunächst einmal habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in punkto Verhaltenscodex keine Faustregel für den arabischsprachigen Raum gibt, da die Länder sich nicht nur in den jeweiligen Dialekten sondern auch in den Traditionen unterscheiden. Generell gilt jedoch, dass man sich offen gegenüber einem vielleicht eher ungewohnt erscheinenden Verhalten der Araber geben sollte. Vorurteile gegenüber der Religion sowie der örtlichen Politik sollten generell ‚zu Hause’ gelassen werden, obwohl sich die Araber außerordentlich gerne mit diesen Themen auseinandersetzen.

Abgesehen von kulturellen Unterschieden, sollte man sich darauf einstellen, dass Araber sehr ungern Verantwortung abgeben. Hierbei sollte man beachten, dass man seinem Team geschickt vermittelt sowie beweist, dass man für einzelne Aufgaben bestens geeignet ist. Sich das Vertrauen bei seinen arabischen Kollegen zu erkämpfen ist nicht ganz einfach, aber wenn es gelingt, öffnet dies (fast) alle Türen …

Marcel Petzold in Luxor.

Marcel Petzold in Luxor.

Wie sah ihr beruflicher Werdegang bisher aus? Nach meinem Abschluss an der HIB-Academy im Jahr 2008 bin ich für ein Trainingsjahr ins Sheraton Miramar Resort El Gouna/ Ägypten gegangen. Während dieses Trainings war ich im Front-Office in den verschiedensten Abteilungen tätig, wie z.B. der Rezeption, der Gästebetreuung und der Reservierung. Nach Beendigung des Trainings begann ich bei der in Ägypten agierenden Hotelgruppe ‚Red Sea Hotels’ in der Gästebetreuung. Diese Position verließ ich jedoch bereits nach vier Monaten, da sich keine großartigen Zukunftsperspektiven innerhalb der Hotelgruppe ergeben sollten. Da mich das Sheraton Miramar Resort El Gouna zu diesem Zeitpunkt wieder zurück in die Gästebetreuung nehmen wollte, ging ich also erneut in das kleine ‚Venedig Ägyptens’.

Insgesamt habe ich also drei Jahre in Ägypten gelebt und gearbeitet und bin nun seit kurzem im Mövenpick Hotel Kuwait tätig.

Momentan leben und arbeiten Sie in Kuwait? Wie kam es zum Ortswechsel? Unterscheidet sich das Leben in Kuwait von dem Leben in Ägypten? Wenn ja, worin?Da es vorteilhaft sein kann gerade in den Anfangsjahren relativ häufig das Land zu wechseln, habe ich nach drei Jahren in Ägypten den Weg nach Kuwait genommen. Ein interessantes Angebot der Mövenpick Hotels & Resorts tat sein Übriges …

Kuwait mit Ägypten zu vergleichen, wäre wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Kuwait ist zu grossen Teilen ein reines Geschäftszentrum in dem fast täglich Millionen- wenn nicht gar Milliardenverträge vor allem in der Petro-Industrie abgeschlossen werden. Da neben den Kuwaitis vor allem Einwanderer aus z.B. Pakistan, Indien, dem Libanon, Ägypten etc. das Strassenbild prägen, ist die Atmosphäre eine komplett andere als jene in Ägypten.

Dort besuchen Sie einen Managementkurs. Mit welchem Ziel? Der Managementkurs zieht darauf, zukünftige Führungskräfte für Mövenpick Neueröffnungen vorzubereiten. Da die Hotelgruppe weiterhin im Nahen- und Mittleren Osten am expandieren ist, werden so Experten aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB? Neben den zahlreichen und interessanten Firmenvorträgen, gehörten für mich die ‚Fit for Success’ Soft-SkillsTrainings sowie die Lehrveranstaltung Tourismus-Marketing zu meinen Favoriten.

Wenn sich ein Studierender für einen Job/ein Praktikum in einem arabischen Land interessiert, welchen Ratschlag würden Sie ihm unbedingt auf den Weg mitgeben wollen? Seit offen für die jeweilige Kultur des Landes und zeigt Interesse am dortigen Leben. Versucht soviel wie möglich euch in die lokale Struktur einzupflegen und schließt nicht nur Freundschaften zu den örtlichen ‚Europäern’.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Ihrer Branche einzusteigen? Man sollte stets bestrebt sein, sich persönlich weiter zu entwickeln. Die Hotelbranche und der Tourismus allgemein unterliegen einem konstanten Wandel – es gilt also sich ständig auf dem neusten Informationsstand zu bringen. Warte nicht darauf bis Daten und Infos zu Euch kommen, macht euch selbst daran sie zu finden!

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?Pflegt Eure Kontakte! Jeder Tag bietet unendliche Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen. Jene zu knüpfen ist relativ einfach, doch dass diese auch gepflegt und vertieft werden müssen, vergessen leider immer noch einige. Eine kurze Gruß-E-Mail zu Feiertagen oder sonstigen Anlässen kann sich schneller auszahlen, als man vielleicht denkt.

Das Interview führte Annette Höhne

 

Zwei HIB-Alumnis bei Karawane Reisen in Ludwigsburg!

Freitag, den 15. April 2011

Indra Waldbüßer und Ute Bender haben an der Heidelberg International Business Academy Tourismusmanagement studiert und 2003 beziehungsweise 2004 ihren Abschluss gemacht. Annette Höhne sprach mit ihnen über ihre Studienwahl und ihren Berufseinstieg.

Indra Waldbüsser GalapagosWo haben Sie Ihre Pflichtpraktika für Ihr Tourismusstudium gemacht?

Indra Waldbüßer:
Bei Pacific Cycle Tours www.bike-nz.com in Governors Bay bei Christchurch, Neuseeland und bei Rutas Patagonia www.rutaspatagonia.com im Nationalpark Torres del Paine in Patagonien, Chile.

Ute Bender: Das erste Praktikum bei der Basic Service Group in Mainz im Bereich Tourismus-Marketing. Das zweite Praktikum in der Okambara Elephant Lodge, einer Gästefarm in Namibia. Nach dem Aufenthalt in Namibia habe ich auch noch zusätzlich sieben Monate ein Praktikum im Travel Management bei ABB in Mannheim absolviert, um die Zeit zwischen Namibia und Jobeinstieg zu überbrücken.

Ute Bender in Namibia.Welchen Einfluss hatten Ihre Praktika auf den Jobeinstieg?

Indra Waldbüßer: Zunächst hatten meine Praktika wenig Einfluss, aber für meinen Beginn bei Karawane Reisen GmbH waren meine hervorragenden Zielgebietskenntnisse durch meine Praktika von großer Bedeutung.

Ute Bender: Mein Praktikum hatte einen sehr großen Einfluss auf meinen Jobeinstieg, da mir die Besitzer der Lodge in Namibia empfohlen haben, mich bei Karawane zu bewerben und dort auch ein gutes Wort für mich eingelegt haben. Außerdem konnte ich dort meine Afrika-Kenntnisse noch vertiefen.

 

Seit Ihrem Abschluss ist eine lange Zeit vergangen. Was ist nach dem Abschluss beruflich passiert?

Indra Waldbüsser in der Südsee.Indra Waldbüßer:
Nach meinem Praktikum in Chile habe ich weiterhin im Nationalpark Torres del Paine in Chile gearbeitet. Mein Arbeitgeber war Cascada www.cascada.travel. Zum Saisonende bin ich nach Deutschland zurückgekehrt und habe bei einem Fernreisespezialisten begonnen: Canusa www.canusa.de. Anschließend folgte ein Wechsel zu Pineapple Tours www.pineapplereisen.at.

Im Frühling 2007 bekam ich dann die ersehnte Stelle bei Karawane Reisen GmbH in der Abteilung für Australien, Neuseeland, Südsee und Südamerika. Wir erstellen individuelle und persönliche Reiseverläufe für Direktkunden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass wir uns vor Ort auskennen. Und so konnte ich bereits viele dieser Länder bereisen.

Ute Bender in Botswana.Ute Bender: Nach den wirklich guten Erfahrungen in Namibia und bei ABB arbeite ich nun seit August 2005 bei Karawane Reisen in Ludwigsburg in der Afrika-Abteilung im Bereich Sales und Products.

Was war der Ausschlag für Sie bei Karawane Reisen anzufangen?

Indra Waldbüßer:
Karawane Reisen GmbH war mir seit meiner Jugend als Fernreisespezialist bekannt. Ich wollte bei einem Reiseveranstalter für Fernreisen arbeiten und bekam ein gutes Jobangebot aufgrund meiner Zielgebietskenntnisse und Erfahrung mit den Computerprogrammen, mit denen wir bei Karawane arbeiten.
Toll ist auch, dass wir pro Jahr an einer Inforeise in eines unserer Zielgebiete teilnehmen dürfen.

Ute Bender in Livingstone.Ute Bender: Ich hatte immer gehofft, meine Leidenschaft für Afrika auch beruflich einbringen zu können, was mir letztendlich gelungen ist. Des Weiteren hat mich begeistert, dass Karawane Reisen auf individuelle Kundenwünsche eingeht und nicht nur Produkte „von der Stange“ verkauft.

Welche Themen aus Ihrem Studienprogramm sind Ihnen im Tagesgeschäft wieder begegnet?

Indra Waldbüßer: Sehr nützlich waren die Fachkenntnisse in dem Reservierungssystem Amadeus und natürlich auch die Fremdsprachen, und hier in erster Linie Englisch. Dies benötige ich tagtäglich. Aber auch die Kenntnisse in Reiserecht sind sehr nützlich, damit wird man immer wieder konfrontiert.

Ute Bender: Da wir bei Karawane Reisen auch mit Amadeus arbeiten und dies täglich anwenden, war es sehr von Vorteil, dass ich dieses Reservierungssystem im Studium bereits kennen gelernt habe. Fremdsprachen, vor allem Englisch, gehören zum Alltag. Aber auch weitere Punkte, wie zum Beispiel Reiserecht oder Tourismus-Marketing konnte ich im bisherigen Arbeitsleben immer wieder gebrauchen.

Was möchten Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?

Indra Waldbüsser auf den Osterinseln.Indra Waldbüßer: Alles mitnehmen, was geht! Und vor allem, wenn möglich, ein Praktikum im Ausland machen, um die Sprache zu festigen und ein Gespür für andere Mentalitäten und Arbeitsweisen zu bekommen.

Ute Bender: Ein Praktikum im Ausland während des Studiums ist sinnvoll und empfehlenswert. Hier kann man seine Fremdsprachenkenntnisse vertiefen und auf jeden Fall beim zukünftigen Arbeitgeber punkten. Die Arbeit in der Touristik ist immer abwechslungsreich und spannend, ich bin wirklich froh, dass ich mich für dieses Berufsfeld entschieden habe.

Das Interview führte Redaktionsmitglied Annette Höhne.

Nach einem Auslandsemester – wieder zurück an der HIB

Dienstag, den 25. Januar 2011

HIB-Studierende kehren von ihrem Auslandstudium zurück nach Heidelberg.

Neun Studierende der HIB haben das vergangene Semester an einer Hochschule im Ausland verbracht. Vier waren in Australien am “International College of Management” in Sydney. Fünf Studierende waren in Leeds, Großbritannien, an der “Metropolitan University”.

Alle waren begeistert von ihrem Auslandsaufenthalt, freuen sich jetzt aber auch auf die Fortsetzung ihres Studiums an der Heidelberg International Business Academy.

Der „Astra Sportstourer International Press Launch“ in Istanbul – Ein Event auf zwei Kontinenten

Dienstag, den 14. Dezember 2010

Istanbul bei NachtIch hatte vom 23. Oktober bis 14. November 2010 die Möglichkeit, beim „Astra Sportstourer International Press Launch“ in Istanbul teilzunehmen.

Während meines Pflichtpraktikums in diesem Sommer hatte ich bei der Konzeption und der Logistikplanung für dieses Event geholfen. Es war also eine gute Möglichkeit, einige schwierige Aspekte der Planung in der Praxis erleben zu dürfen.

Das Eventhotel war das „Radisson SAS Bosporus“ Hotel in Ortaköy, Istanbul, direkt an der Ortaköy Moschee und an einer der Bosporus-Brücken gelegen. Jeden Abend wurde die Brücke beleuchtet und man hatte beim Dinner einen wunderschönen Ausblick über den Bosporus.

Back-to-Back

Wie das letzte Event an dem ich teilgenommen habe, war der Ablauf wieder als Back-to-Back Programm geplant, d.h. die Journalisten kommen am ersten Tag abends an, werden mit einem Boot über den Bosporus zum Eventhotel gebracht, haben ein Pressebriefing auf der Dachterrasse des Hotels mit anschließendem Dinner in einem Restaurant in unmittelbarer Nähe.

Am zweiten Tag stand das Fahren der Testwagen auf dem Programm. Die Routen führten vom Eventhotel auf der europäischen Seite 90 km zum Coffee-Stop außerhalb von Istanbul auf der asiatischen Seite. Dort wurden verschiedene türkische Spezialitäten mit Getränken als Stärkung angeboten, bevor die Journalisten die Testfahrten auf der asiatischen Seite zum Lunch Point fortsetzten. Nach dem Lunch fuhren die Journalisten mit den Testwagen über die zweite Bosporus-Brücke zurück auf die europäische Seite und zum Flughafen, um das Event wieder zu verlassen.

Dieses Programm wiederholte sich dann jeden Tag mit einer neuen Journalisten-Gruppe.

Bei diesem Event war ich im Roadservice eingeteilt, dass heißt ich war mitverantwortlich dafür, dass die Navigationssysteme der Testwagen die richtigen Ziele programmiert hatten und alle Fahrzeuge „gescannt“ wurden, um zu wissen, welcher Journalist in welchem Auto sitzt.

Vier Locations – drei Teams

Der Arbeitstag begann jeden Morgen um halb sechs – quasi mit dem Ruf des Muezzins zum Morgengebet. Um sieben Uhr begann dann die eigentliche Arbeit. Je nach dem, in welchem Team man war, bereitete man die Testwagen für die jeweiligen Journalisten vor oder machte sich auf den Weg die Routen abzufahren, um sicher zu stellen, dass keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten auftreten. Insgesamt gab es vier Locations zu besetzen und wir haben in drei Teams mit je zwei Personen gearbeitet.

Das Team, das die Autos vorbereitet hat, war gleichzeitig für die Abfahrt der Journalisten vom Hotel und dem Lunch-Punkt eingeteilt. Das zweite Team hatte die Aufgabe, die Testroute zum Coffe-Stop zu fahren, dort die Ankunft und Abfahrt der Journalisten zu betreuen und sich danach auf den Weg zum Flughafen zu machen. Das dritte Team fuhr die restlichen Routen bis zum Flughafen und wartete dort auf die Ankunft der Journalisten.

Mit über zwölf Millionen Einwohnern ist das Verkehrsaufkommen in Istanbul der Horror. Viele Menschen wohnen auf der asiatischen Seite, arbeiten aber auf der europäischen, was früh morgens und gegen Abend ein sehr starkes Verkehrsaufkommen in Richtung der beiden Brücken bedeutet. Das Programm war so angelegt, dass die Journalisten zwar immer gegen den Strom fuhren, die Testwagen vom Flughafen aber zum Hotel zurück gebracht werden mussten. Und das konnte dauern, die Zeit hierfür variierte von 40 Minuten bis hin zu fast vier Stunden.

Da ich zum ersten Mal in der Türkei und auf dem asiatischen Kontinent war, war auch dies eine neue Erfahrung. Das Team war wie bei dem letzten Event super und die Atmosphäre trotz einiger Komplikationen und Stress immer freundlich und gut. Ich möchte mich bei der HIB und bei Opel bedanken, dass ich an diesem Event teilnehmen konnte.

Von Philipp Ruff ICE 3 B/ Foto: Alexander Aust

Aus der Praxisphase: Mit dem Praktikum beim „Meriva Diesel/Corsa Athletics International Press Launch“

Dienstag, den 14. Dezember 2010

Am Ende meines Pflichtpraktikums nach dem ersten Studienjahr bei der Adam Opel GmbH in Rüsselsheim wurde mir die Möglichkeit gegeben bei dem Event, an dem ich während meines Praktikums hauptsächlich gearbeitet habe,  teilzunehmen.

Auch die Location hat mich an dieser Reise beeindruckt: Côte d’Azur im Spätsommer, während meine Kommilitonen bei der Induction Week in Heidelberg waren.

Vor allem war es aber auch sehr spannend die theoretisch besprochenen Aspekte dieses Events in der Realität miterleben zu dürfen. Ich habe mich sehr gefreut, dass meine damalige Abteilung mir dies ermöglicht hat.

80 Fahrzeuge – 600 Journalisten

Der „Meriva Diesel/Corsa Athletics International Press Launch“ hatte eine der größten Testwagenflotten, die es in der Geschichte der Pressevorstellungen bei Opel je gegeben hat. Es wurden insgesamt knapp 80 Fahrzeuge nach Cannes gebracht, mit denen die geladenen 600 Journalisten die schon im Vorfeld ausgewählten Testrouten fahren konnten.

Auch der Personalaufwand war immens und musste von der Abteilung koordiniert werden. Nicht nur das Planungsteam war während der zwei Wochen anwesend, sondern auch freie Mitarbeiter für den Roadservice, das Guestmanagement und Officepersonal, Mitarbeiter einer lokalen Agentur, das Carcleaning-Team, die Mechaniker und das Personal an den einzelnen Locations. Insgesamt waren ungefähr 100 Leute im Einsatz, um den Journalisten einen reibungslosen Ablauf des Programms zu gewährleisten.

Die Journalisten absolvierten bei dieser Veranstaltung ein so genanntes „Back to Back“ Programm:
Am ersten Tag: Anreise Flughafen Nice/Côte d’Azur, Pressebriefing Meriva Fondation Hartung, anschließend Lunch, nachmittags Coffee-Stop „Chateau de la Begude“, Fahrzeuge für Loop, Check-In Hotel Martinez Cannes, abends Cocktail und Dinner auf Dachterrasse Hotel Martinez Cannes.

Am zweiten Tag: Pressebriefing Corsa, Coffee-Stop La Jarrerie, Loop Corsa, Lunch und anschließend die eigenständige Abreise Flughafen Nice/Côte d’Azur

Meine Aufgabe bei diesem Launch war die Betreuung von zwei Locations: Das Frühstücksrestaurant für früh anreisende Journalisten und der Coffee-Stop am ersten Veranstaltungstag. Hierzu musste das Personal koordiniert, die Ausgabe der Schlüssel für die Loop-Fahrzeuge organisiert und die Journalisten bewirtet werden.

Das Event war ein voller Erfolg, was mit der Auszeichnung „Goldenes Lenkrad 2010“ für den Meriva Anfang November gekrönt wurde.

Es war spannend zu erleben, wie die theoretischen Planungen realisiert wurden und auch mit zu bekommen, welche Probleme trotz detaillierter Konzeption auftreten können. Diese Erfahrungen aus meinem Praktikum werden mir auf meinem weiteren Weg in der Eventindustrie mit Sicherheit eine große Hilfe sein.

Philipp Ruff ICE 3B

HIB-Studierende an der Partneruni “International College of Management” in Sydney

Dienstag, den 23. November 2010

“Uns geht es weiterhin sehr gut. Neben der vielen Arbeit in der Uni genießen wir das sonnige Wetter, den Strand, das Meer und alles andere, was Sydney zu bieten hat. Die Zeit vergeht hier wie im Flug und wir nähern uns bereits dem Ende, obwohl es uns so vorkommt, als seien wir gerade erst angekommen. 
 
Viele Grüße aus Manly

Sabine Miederer, Sebastian Hubrich, Marielle Graf, Stephan Karl 

 

HIB-Studierende in SydneyStudierende der HIB an der Partneruni

 

 

 

 

 

 

 

 

Berichte der „External Examiner“ der HIB vom Sommersemester 2010

Dienstag, den 5. Oktober 2010

Zum  27. Juli 2010 wurde an der HIB hoher Besuch aus England erwartet. Jedes Jahr entsendet  die Open University nach Abschluss der Leistungsnachweise und Prüfungen externe Prüfer um die Verfahren der Leistungsbewertung und die erzielten akademischen Standards vor dem Hintergrund der Vorgaben der britischen QAA – Quality Assurance Agency for Higher Education und der Open University zu begutachten.

Das Team der externen Experten von renommierten britischen Hochschulen bestand aus:
Claire Wellings, MSc.
Head of Department of Leisure, Tourism, Hospitality and Events
University of Gloucestershire
 
Alan Jones, MA
Head of Division of Business & International Management
University of Northampton
 
Dr. Marie-Marthe Gervais-le Garff
Head of Languages Subject Group
University of Plymouth

Jeder der so genannten “External Examiner” hat die Ergebnisse seiner/ihrer Überprüfungen in einem Bericht dokumentiert, der bei der Open University und der Heidelberg International Business Academy eingereicht wird.

Ein erfreuliches Ergebnis für die HIB

Die Ergebnisse der diesjährigen Evaluationen sind sehr erfreulich, weil sie zeigen, dass die Heidelberg International Business Academy große Entwicklungsfortschritte vollzogen und ein anspruchsvolles akademisches Niveau erreicht hat.

 Auszüge aus den Berichten der External Examiner:
“HIBA is an exceptionally well organised institution with a considerable strength in its working culture. Staff are strongly committed to standards and to good pedagogy.”
“Students work is of a very good standard and is comparable to that of students in similar UK and European institutions. ”

 “The organisation and presentation of work, and the standard of English in the level 3 assignments, is commendable. ”
 “In the three languages, the business correspondence part of the course is very professionally taught and students are capable of writing business letters in English, French and Spanish with very few mistakes, using sophisticated epistolary conventions of the countries concerned. A further area of excellence was the German into English translation; students displayed excellent receptive skills and some were able to write fluent and elegant English too. ”
“The students continue to have very good industry and operational knowledge and awareness of current management issues.”
“..  it is evident that teachers know their students well, remain committed and enthusiastic in their work …”
“I was particularly impressed by the quality and the quantity of the feedback on so many scripts. The comments were not merely used to justify the grade awarded but were constructive and put students in the right direction.”
“Exemplary practice here.”
“The curriculum is well designed and current, and has been further refined this year.”
“The course materials … are of a very high standard indeed.“
“Students work is of a very good standard and is comparable to that of students in similar UK and European institutions.”
“…there was evidence of increasing creativity and willingness to explore more contentious and challenging topics amongst the level 3 work, which was very good, and another indicator of the maturity of the programme …”
“The students demonstrate a willingness to engage with challenging topics and a range of assessment processes. They also show a good understanding of the practical relationship between their academic effort and business in practice.”
“In the three languages, the business correspondence part of the course is very professionally taught and students are capable of writing business letters in English, French and Spanish with very few mistakes, using sophisticated epistolary conventions of the countries concerned. A further area of excellence was the German into English translation; students displayed excellent receptive skills and some were able to write fluent and elegant English too.”

HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: “Fühle mich wie ein Fisch im Wasser”

Montag, den 20. September 2010

HIB-Absolventin in PanamaMelanie Endres, HIB-Absolventin des Jahrgangs 2008, erzählt über ihr Leben und Arbeiten in Panama.

Welchen Studiengang haben Sie an der HIB abgeschlossen?
Ich habe den Studiengang Bachelor of Arts (Honours) in International Business with Tourism Management belegt.


Reiseveranstalter in PanamaWo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt? Wollten Sie schon immer nach Panama?

Mein Pflichtpraktikum habe ich im Gamboa Rainforest Resort in Panama durchgeführt. Dort war ich vor allem tätig in der Hotelrezeption, Tours, Housekeeping und Konditorei.

Nein, eigentlich galt Kuba mein Hauptinteresse, jedoch war es durch die politische Situation schwer eine Praktikantenstelle zu finden, die von der Regierung bewilligt wurde. Im Allgemeinen war mein Ziel eine Praktikumsstelle in Lateinamerika zu finden und nachdem ich Angebote aus Ecuador, Mexiko und Panama hatte, habe ich mich für Panama entschieden, da sich die Tätigkeiten dort am interessantesten angehört haben.

Hatten Sie vor Studienbeginn an der HIB schon konkrete Vorstellungen von dem, was Sie nach dem Studium machen wollten? War für Sie klar, dass Sie nach dem Studium direkt ins Ausland gehen werden? Konkrete Vorstellungen hatte ich nicht, aber mir war es immer klar, dass ich ins Ausland wollte.

HIB-Absolventin bei Reiseveranstalter in PanamaWie haben Sie Ihren beruflichen Start in Panama erlebt und was machen Sie heute dort? Meinen beruflichen Start in Panama hatte ich im September 2008 und es war definitiv nicht leicht aufgrund des Volumens an Wissen, dass ich über das Land wissen musste (als Sales & Marketing Coordinator in einem Inbound-Reiseveranstalter) und auch durch die Kulturunterschiede und weniger enthusiastische Arbeitseinstellung der panameños war es ziemlich anstrengend am Anfang. Bis heute sind die Unterschiede in Kultur und Arbeitseinstellung festzustellen, aber beide Seiten haben sich aneinander gewöhnt und somit läuft jetzt alles viel harmonischer ab und man versteht Gesten und Entscheidungen besser als zuvor! Ich habe definitiv sehr viel Glück mit meiner Arbeit gehabt und fühle mich inzwischen so wohl, wie ein „Fisch im Wasser“. Die Aufgaben und Verantwortung die mir übertragen wurden stimmen genau mit meinen Interessen, Fähigkeiten und Wünschen überein.
Ich arbeite noch immer bei dem selben Reiseveranstalter. Ich stelle Reisen und Preise für Kunden zusammen und bin verantwortlich für die Website, Marketing, Leitung des Sales Departments, Rekrutierung von neuen Angestellten im Bereich Sales, Tarifverhandlungen mit lokalen Anbietern (Hotels, Transport, Airlines), Hotel-Inspektionen und Firmenvertretung für neue Partner und Wholesalers aus den USA, die verschiedene Regionen, Touren und Hotels in Panama kennen lernen wollen. Das alles macht mir sehr viel Spaß!HIB-Absolventin arbeit und lebt in Panama

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB und welche Themen vom Studium sind Ihnen bei Ihrem Leben in Panama wieder begegnet? Ich war schon immer begeistert von Consumer Behavior, Business Spanish & English und Destinationsmanagement. Diese Themen sind genau die Arbeitsbereiche, die ich auch in meinem heutigen Job behandle und mit denen ich tagtäglich zu tun habe: Der Umgang mit Touristen, Kunden, Anbietern und internationalen Reiseveranstaltern. Das sind die Managementaufgaben, mit denen ein Reiseveranstalter konfrontiert wird sowie natürlich auch die generellen Themen und Probleme, die dieses Land in der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Situation hat.

Vor Ihrem Studium waren Sie 9 Monate in den USA und leben heute in Panama. Sie haben damit berufliche Erfahrung in zwei kulturell verschiedenen Ländern. Was sind bis jetzt die wichtigsten Dinge, die Sie persönlich aus Leben in den beiden Ländern für sich gelernt/mitgenommen haben? Ich war nicht nur 9 Monate, sondern knapp 2 Jahre in den USA (Denver, Colorado) von 2003-2005. Erst seit Kurzem, nämlich seit dem 20. August lebe ich jetzt auch genau 2 Jahre in Panama! Das bietet die Möglichkeit für einen Vergleich.
In den USA war es definitiv ganz anders als hier in Panama. In den USA ist alles viel organisierter und alle sind enthusiastisch bei der Arbeit. Hier in Panama dauert alles doppelt so lange und das Arbeitsleben läuft in viele Firmen etwas stressfreier ab. Durch meine Auslandsaufenthalte und Umgang mit vielen Kulturen habe ich gelernt, dass es immer am Wichtigsten ist, sich alles erst einmal in Ruhe anzuschauen, die Lage und Menschen zu analysieren und dann Entscheidungen treffen. Man muss offen sein und das Talent haben, Dinge manchmal einfach nicht persönlich zu nehmen. Denn es gilt: Andere Länder, andere Sitten! Und wenn man seinen Werten und persönlichen Zielen treu bleibt und offen für Neuerungen und anderes Denken ist, kann ein anderes Land oder eine andere Kultur einem nur helfen in der Weiterentwicklung, Weltanschauung und vor allem im täglichen Arbeitsleben.
Als Deutsche (mit einer ausgesprochenen deutschen, korrekten, effizienten und planerischen Einstellung) ist es natürlich umso schwerer nach dem Aufenthalt in den USA nun in Panama zu leben und zu arbeiten. Aber ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit, denn somit habe ich gelernt, mich etwas aus der „deutschen Routine“ zu bewegen und mich nicht direkt unter Druck zu setzen oder ungeduldig zu werden „wenn´s mal wieder länger dauert“ (Snickers gehören zu meinen täglichen Snacks! ).

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Panama zurechtzukommen? ….. GEDULD, GEDULD, GEDULD. Dann natürlich Offenheit für die Kultur und die teilweise eigenartige und egoistische Einstellung mancher panameños. Dann natürlich die Liebe für die spanische Sprache, die hier etwas schneller als in anderen Ländern gesprochen wird. Man darf keine Probleme haben mit orkanartigem Platschregen, der hier (wie genau in diesem Moment) von der einen auf die andere Minute auftreten kann und man sollte sich begeistern für eine atemberaubende Natur mit einer faszinierende Flora und Fauna und der Präsenz von unglaublich vielen Vogelarten – selbst im 21. Stock mitten im Stadtzentrum werde ich jeden Morgen von einer Schar laut zwitschernden Vögeln aufgeweckt.  Man sollte Strände und Inseln  ebenso lieben sowie Salsa, Merengue, Reggaeton, Jazz . Fast ausschließlich fritiertes Essen sollte einem nichts ausmachen! 

Strand in PanamaWie gewichten Sie theoretische Erfahrungen aus dem Studium in Deutschland und praktische z.B. aus Praktika, Werkstudententätigkeit für eine erfolgreiche Bewerbung im Ausland? Welche Erkenntnisse haben Sie bei Ihrem Bewerbungsverfahren gewonnen? Da ich nicht wirklich Erfahrung mit Bewerbungsverfahren in Deutschland habe (abgesehen von meiner Werkstudententätigkeit bei der EnBW – Marketing & Kommunikation – wo theoretische Erfahrung, Universitätstitel und belegte Kurse eine große Rolle gespielt haben), kann ich nur über meine Erfahrung in Panama sprechen.

Klar, sind auch hier theoretische Erfahrungen und ein Studium wichtig, aber in einem Land, wo Bildung nicht so ausgeprägt und unterstützt wird wie in Deutschland, sind Praxiserfahrung, der Wille zum Arbeiten und Lernen und die Einsatzbereitschaft (also Soft Skills) weitaus bedeutender.

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben? Verstand und Herz immer offen halten für Neues, alle Möglichkeiten wahrnehmen, die einem angeboten werden und wenn das Ziel mal etwas weiter weg erscheint, mit Fleiß und Ehrgeiz darauf hinarbeiten! 

Das Interview führte Redaktionsmitglied Annette Höhne.

Bachelor-Studium an der HIB: Start einer akademischen Laufbahn

Montag, den 6. September 2010

Absolventin Corinna Rupf in ChinaDie HIB-Absolventin Corinna Rupf machte 2007 ihren Bachelor in Event- und Kongressmanagement  an der HIB. Es folgten Praktika bei Escada und Boss, anschließend ein Masterstudium in Bamberg inklusive China-Aufenthalt. Nach dem Master-Abschluss ist eine Promotion nicht ausgeschlossen.

An der HIB hatten Sie den Schwerpunkt Event- und Kongressmanagement gewählt, welche Gründe haben damals für diese Entscheidung gesprochen?
Nach dem Abitur wusste ich, dass ich ein praxisnahes Studium mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund antreten wollte und ich hatte immer großen Spaß am organisieren. Dieser Schwerpunkt erschien mir damals als die richtige Kombination von beidem.

Ihr Pflichtpraktikum haben Sie in Italien durchgeführt. Was ist Ihnen davon in Erinnerung geblieben?
Die Zeit in Italien habe ich allein aufgrund von Land und Leuten unglaublich genossen.  Auch wenn ich Studieninhalte während des Praktikums gut umsetzen konnte und viel Spaß in Italien hatte stand für mich anschließend fest, dass Hotellerie nicht mein späteres Berufsfeld sein würde.

Zwischen Ihrem Abschluss an der HIB und dem Studium an der Uni Bamberg lag ein Jahr. Wie haben Sie dieses eine Jahr genutzt?
Ich habe zwei 6-monatige Praktika in den Marketing- und Kommunikationsabteilungen bei Escada und Hugo Boss absolviert. Direkt nach dem Bachelor wollte ich erst Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen sammeln bevor ich mein Masterstudium begann. Durch die verhältnismäßig lange Dauer der Praktika war ich in der Lage, Projekte eigenständig zu betreuen und durchzuführen.

Mit Escada und Hugo Boss haben Sie bei zwei international bekannten Bekleidungsfirmen gearbeitet. Das ist etwas wovon viele träumen. Was glauben Sie hat für diese Firmen den Ausschlag gegeben, Sie für ein Praktikum einzustellen? Was haben Sie dort für Ihr weiteres berufliches Leben gelernt?
Für Escada waren sicherlich meine Sprachkenntnisse und das betriebswirtschaftliche Grundverständnis ausschlaggebend. Für das Praktikum bei Hugo Boss wiederum war natürlich vorteilhaft, dass ich bereits Erfahrung mit einem anderen Unternehmen der Modeindustrie gemacht hatte. Die Mischung aus dem Sammeln erster Berufserfahrung und einem Unternehmen welches auch noch tolle Produkte herstellt empfand ich als äußerst motivierend. Auch für die Zukunft denke ich, dass es wichtig ist, hinter den Produkten oder Dienstleistungen seines Arbeitgebers zu stehen.

Hatten Sie zum Zeitpunkt des Bachelor-Abschlusses schon über ein Masterprogramm nachgedacht? Wussten Sie schon, welches Fach sie für den Master wählen würden?
Dass noch ein Master folgen sollte, stand für mich bereits während des Bachelorstudiums fest da ich noch nicht das Gefühl hatte „ausgelernt“ zu haben und ich zunehmend Interesse am theoretischen und wissenschaftlichen Arbeiten entwickelt habe. Für einen klassischen BWL-Master habe ich mich entschieden, da mir die betriebswirtschaftlichen und zahlenorientierten Fächer während des Bachelors am meisten lagen und Spaß gemacht haben und der Studiengang ein unheimlich großes Spektrum späterer Berufsfelder zulässt.

Worüber haben Sie Ihre Bachelorarbeit geschrieben und was ist jetzt das Thema Ihrer Masterarbeit? Was hat sie zum jeweiligen Thema motiviert?
Das Thema meiner Bachelorarbeit lautete „Auswirkungen des Klimawandels auf die Wirtschaftlichkeit des Wintertourismus“ damals ganz einfach aus meinem Hobby Skifahren und Wintersport im Allgemeinen resultierend. Momentan schreibe ich meine Masterarbeit zum Thema „Internationalisierungsverhalten von Unternehmen aus Emerging Markets“ in die ich meine bisherige Auslandserfahrung mit einfließen lassen kann.

Während Ihres Masterstudiums waren Sie ein Jahr in China aus dem Sie gerade zurückgekehrt sind. Wie hat Ihnen das Leben dort gefallen?
Die Zeit in China war es ein aufregendes und tolles Jahr in dem ich vielen neuen und interessanten Personen begegnet bin. Gelegentlich muss man hinsichtlich seiner Gewohnheiten und Standards über den eigenen Schatten springen, aber das ist es ja was eine solche Erfahrung im Endeffekt ausmacht.

Gab es in China eine Situation, wo sie an Ihre Grenzen gestoßen sind?
In einer Stadt wie Xi’an starren dich die Menschen auf der Straße an und zeigen mit dem Finger auf dich. Auch nach einem Jahr Leben vor Ort, den ersten Sprachkenntnissen und großem Integrationswillen meinerseits hat sich das nicht geändert und ich habe mich oft gefragt, ob man sich in einem solchen Land  als Ausländer jemals „zuhause“ fühlen kann.

Wem würden Sie einen Aufenthalt in China empfehlen?
Ein längerer Aufenthalt in China ist für jeden empfehlenswert der nochmals eine ganz neue Ecke der Welt und eine andere Kultur kennenlernen möchte. Allerdings muss man eine gehörige Portion Durchhaltevermögen mitbringen und bereit sein, sich auf die Andersartigkeit einzulassen.

Welche Projekte stehen bei Ihnen als Nächstes an?
Ende des Jahres werde ich mein Masterstudium abschließen und würde im Anschluss gerne promovieren oder in der Strategieabteilung eines großen Unternehmens einsteigen. Mit Sicherheit zieht es mich aber in den nächsten Jahren wieder für gewisse Zeit ins Ausland. Wohin wird sich zeigen…

Das Interview führte das Redaktionsmitglied Annette Höhne.

Weltweit unterwegs – Ein Interview mit der HIB-Absolventin Sarah Zimmermann

Dienstag, den 27. Juli 2010

HIB-Absolventin Sarah Zimmermann in AustralienDie HIB-Absolventin Sarah Zimmermann machte 2008 ihren Bachelor an der HIB. Seit damals war sie in der ganzen Welt unterwegs. Jetzt ist sie wieder zurück in Heidelberg und berichtet über ihre Erfahrungen.

Welchen Studiengang haben Sie an der HIB abgeschlossen?
Ich habe den Studiengang International Business with Tourism Management abgeschlossen.

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt?
Mein Pflichtpraktikum habe ich bei der Fraport AG am Frankfurter Flughafen durchgeführt. Dort habe ich vor allem Tätigkeiten in der Administration und Büroorganisation sowie die Mitgestaltung der ITB übernommen. Es war anspruchsvoll, aber eine super Erfahrung.

Hatten Sie konkrete Vorstellungen von dem, was Sie nach dem Studium machen wollten? War für Sie klar, dass Sie nach dem Studium direkt ins Ausland gehen werden?
Mir war klar, dass ich ins Ausland möchte, da ich Lebenserfahrung bekommen wollte und einfach einmal weg aus Deutschland wollte. An Karriere habe ich bei diesem Schritt absolut nicht gedacht und wollte eher einfach mit meinem ersparten Geld reisen und etwas jobben. Entschlossen habe ich mich dazu im Laufe des Studiums.

Wem würden Sie einen längeren Auslandsaufenthalt empfehlen? Wie haben Sie Ihren Start in Australien erlebt?
Mein Start war sehr einfach, da ich sowieso nur gereist bin. Danach habe ich mich jedoch entschlossen, länger in Perth, Westaustralien, zu bleiben und durch eine Arbeitsagentur einen Job zu finden. Dies dauerte 6 Wochen und hat viel Mühe gekostet. Normal hat man als ‚Ausländer’ ohne vorherigen australischen Arbeitgeber keine Chance. Jeder möchte im Lebenslauf eine australische Referenz sehen. Das hatte ich nicht. Jeden zweiten Tag habe ich meine Agentur angerufen bis ich dann nach sechs Wochen eine Stelle als Rezeptionistin bekam.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB und welche Themen vom Studium sind Ihnen bei Ihrem Leben in Australien wiederbegegnet?
Da ich in Australien nicht im Tourismus gearbeitet habe (nur einmal die Woche am Tourdesk eines Backpacker Offices) habe ich das theoretisch Erlernte im Bereich Tourismus noch nicht gebraucht. Vor allem aber Computer Fähigkeiten und mein Englisch waren von großem Vorteil in den beiden Firmen, in denen ich arbeitete. An der HIB waren meine Lieblingsveranstaltungen im Bereich Tourismusmarketing und alle Sprachkurse: Französisch, Englisch und Spanisch.

Was planen Sie als nächstes?…..
Ich möchte in Deutschland für etwa 6-12 Monate arbeiten, da ich ein bisschen Zeit mit meiner Familie verbringen möchte. Danach sehe ich, wie es weitergeht. Habe ich einen guten Job in Heidelberg mit Aussicht auf einen weiteren Auslandseinsatz, bleibe ich hier bis ich dann ins Ausland versetzt werden kann.
Wenn dies nicht der Fall ist und ich mich in Deutschland und meinem Job nicht wohlfühle, dann steht noch offen, ob ich im neuen Jahr einfach ein Visum für Canada oder Neuseeland beantrage und dort nochmal ein Jahr verbringe.

Wie gewichten Sie theoretische Erfahrungen aus dem Studium in Deutschland und praktische z.B. aus Praktika für eine erfolgreiche Bewerbung im Ausland? Welche Erkenntnisse haben Sie bei Ihrem Bewerbungsverfahren gewonnen?
Australien tickt anders als Deutschland. Dort zählen Noten und Abschlüsse nicht viel. Nie hat jemand nach meinem Bachelor oder anderen Abschlüssen oder Noten gefragt. Das einzige was zählt ist Persönlichkeit und Lernbereitschaft.
Ganz wichtig war das Durchhaltevermögen, jeden Tag bei meiner Job Agency anzurufen bis diese mir dann einen Job vermittelt hat. In Australien besteht eine Bewerbung auch nur aus einem Lebenslauf und Referenzen. Praktikumszeugnisse und Noten schickt man nicht mit und wird auch für normale Positionen nicht danach gefragt.
Ich habe durch die gute Bewerbungsvorbereitung an der HIB, so hoffe ich, doch ein gutes englisches Resumee abgeliefert, das gut angenommen wurde.

Welche Erkenntnisse haben Sie aus Ihrem Auslandsaufenthalt gezogen?
Da ich nicht nur in Australien sondern auch Neuseeland, Indonesien, Malaysia, China, Laos, Cambodia, Laos, Vietnam und Thailand Zeit verbracht habe, glaube ich sehr viel über mich selbst und meine Werte gelernt zu haben. Es geht nicht immer alles um Geld im Job und Noten, sondern darum, dass man Spaß an dem hat, was man macht und Lebenserfahrung sammelt. Interkulturelle Kompetenz kann man in keinem Trainee Programm nach dem Studium erlangen. Dies geht nur, wenn man wirklich einmal selbst in anderen Kulturen und Ländern gelebt hat und mit den Einheimischen in Kontakt war.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Australien zurecht zu kommen?
Man sollte seinen Hang zum Perfektionismus und strenge Planung und Organisation ablegen und einfach MIT den Australiern leben. Sie sind humorvoll und viel gelassener und stressfreier als wir Deutschen. Wer mit großen Erwartungen an einen perfekten Karrierestart dort hingeht wird enttäuscht. In Australien fängt jeder klein an und egal, ob Ausbildungsabschluss, Bachelorabschluss oder Masterabschluss, man muss sich erst einmal mit einfachen Dingen zufrieden geben.
Die Australier arbeiten um zu leben! Wir Deutsche leben nur um zu arbeiten. Diese wichtige Erkenntnis konnte ich sofort am Anfang machen.

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?
The world is a book and those who do not travel read only one page!….

Das Interview führte das Redaktionsmitglied Annette Höhne.

 


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